

Carl Peters (*1856, † 1919) erwarb 1884 große Landstriche im Hinterland der ostafrikanischen Küste (heutiges Tansania).

Gustav Adolf Graf von Götzen (*1866, † 1910) erforschte in den Jahren 1893/94 mit einer Expedition das Hinterland Ostafrikas um den Kivusee.

Sogenannte „Völkerschauen“, in denen Menschen fremder Kulturen wie Tiere ausgestellt wurden, waren um die Jahrhundertwende in allen größeren Städten Deutschlands in Mode.

Zeitgenössische Zeichnung der Teilnehmer der Kongokonferenz vom November 1884 bis zum Februar 1885 in Berlin. Der Wettlauf der europäischen Staaten um den Besitz afrikanischer Kolonien hatte begonnen.
Der deutsche Abenteurer Carl Peters erwirbt große Landstriche im Hinterland von Sadani und Bagamoyo (heutiges Tansania). Weitere Gebiet werden von einer Expedition unter Leitung Gustav Adolf Graf von Götzen erforscht.
Die Völkerschauen im Tierpark Hagenbeck in Hamburg erfreuen sich wachsender Beliebtheit.
Die Berliner Kongo-Konferenz beginnt. Die Großmächte ringen um die Festlegung ihrer Einflussgebiete in Afrika.
1885: Die Berliner Kongo Konferenz ist beendet. Weite Teile Zentralafrikas gehen als "Freistaat Kongo" (70 mal größer als Belgien) in den Privatbesitz des belgischen Königs Leopold II. über.

Angestellte der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft in Afrika (um 1900)
Peters gründet die „Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft“ (DOAG), in deren Finanzierung auch Privatgelder Kaiser Wilhelms II. einfließen.
Carl Benz baut einen dreirädrigen Kraftwagen, Gottlieb Daimler das erste Benzinmotorrad

Der deutsche Kaiser, König Wilhelm II. von Preußen (* 1859, † 1941) war ein Befürworter deutscher Besitzungen in Afrika und beteiligte sich auch mit Privatmitteln an der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft.
Kaiser Wilhelm II. will Deutschland in den Kreis der Kolonialmächte führen. Reichskanzler Otto von Bismarck ist dagegen, da er richtig voraussieht, dass Kolonien unter dem Strich niemals Gewinn abwerfen werden.

Euphorische Eroberungspoesie von Felix Dahn
Bismarck wird entlassen. Ein Jahr später werden die deutschen Gebiete in Ostafrika offiziell zum deutschen „Schutzgebiet“

Amtliche Bestrafung mit dem Kiboko, der Flußpferdpeitsche.
Einheimische Völker wie die Chagga und die Hehe werden nach blutigen Kämpfen und gnadenlosen Massakern unterworfen.

Die Beschreibung „edler Wilder“ in Karl Mays Romanen stand im krassen Kontrast zur Behandlung der kolonialisierten Völker durch die Kolonialherren. (Buchumschlag zu Karl Mays „Gesammelte Reiseerzählungen“, Band 23 von 1897.)
Karl May veröffentlicht den letzten Band seiner Geschichten um den edlen Indianerhäuptling „Winnetou“.
In den europäischen Grosstädten leiden 40 Prozent der arbeitenden Bevölkerung in Großstädten an Tuberkulose.

Zeitgenössische Postkarte aus Deutsch-Ostafrika.
Baubeginn der Zentralbahn von Daressalam nach Kigoma am Tanganika-
see. Die deutsche Kolonialverwaltung setzte hunderttausende von Zwangsarbeitern ein, die während der fast zwanzigjährigen Bauzeit zu Zehntausenden ums Leben kommen.
Italien annektiert Abessinien, Frankreich Madagaskar.

Titelblatt des Berichts über die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit 1896 in Athen.
In Athen finden die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit statt.
Der Amerikaner Henry Ford baut seine ersten Automobile.
Einführung der Hüttensteuer. Da die wenigsten Afrikaner Geldeinkünfte haben, ist die Steuer durch Arbeitsdienst abzuleisten.
Marconi führt die erste drahtlose Signalübertragung durch.

Aufmarsch der deutschen Schutztruppe in Deutsch-Ostafrika.
Die deutsche Schutztruppe annektiert Ruanda und Burundi.
Gottlieb Daimler beginnt die Serienproduktion von Viertaktmotoren.
In Berlin wird der DAC (ab 1918 ADAC) Deutsche Automobilclub gegründet.

Kostbares Rohmaterial: Kautschuk für die Gummiindustrie Europas.
Erste Kautschuk-Plantagen in Deutsch-Ostafrika.
Stummfilme kommen in Mode. Kinobesuche werden zum Massenvergnügen.
In Leipzig wird der Deutsche Fußball Bund (DFB) gegründet.
Die "Deutschland" erhält das "Blaue Band des Ozeans" für die schnellste Überquerung des Atlantik.
In Paris wird die erste U-Bahn-Strecke in Betrieb genommen.

Queen Victoria (* 1819, † 1901) unter deren Regentschaft das britische Weltreich ein Fünftel der Erde und ein Drittel der Weltbevölkerung umfasste.
Gustav Adolf Graf von Götzen wird zum Gouverneur Deutsch-Ostafrikas ernannt
In England stirbt Königin Viktoria, ihr Nachfolger wird Edward VII.
Der Staubsauger, die erste elektrische Schreibmaschine, der Rasierapparat werden erfunden.
Erste Baumwollplantagen in Deutsch-Ostafrika.

Englische Suffragetten fordern das Frauenwahlrecht ein.
In England formieren sich die Suffragetten, um das Frauenwahlrecht zu erzwingen.

Maurice Garin, Sieger der ersten Tour de France 1903
In Paris startet die erste Tour de France.

Glorifizierung des Kolonialkrieges in Deutsch-Ostafrika in einem zeitgenössischen Gemälde.
Beginn des Maji-Maji-Aufstands. Ein Drittel der Kolonie erhebt sich gegen die deutsche Herrschaft. Der Aufstand wird von der deutschen Schutztruppe mit gnadenloser Härte niedergeschlagen, hunderttausende von Afrikanern finden den Tod.

Ein Weltstar, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts Opernfreunde in aller Welt begeistert: Enrico Caruso.
Gustav Adolf Graf von Götzen gibt seinen Posten als Gouverneur von Deutsch-Ostafrika auf. Sein Nachfolger wird Freiherr von Rechenberg.
Reichskanzler von Bülow löst den Reichstag auf.
Der italienische Opernstar Enrico Caruso wird weltweit begeistert gefeiert.
San Francisco wird durch ein Erdbeben fast vollständig zerstört.
„Hottentottenwahlen“. Der konservative Bülow-Block gewinnt die Wahlen in Deutschland - nach einer Hetzkampagne gegen die Kritiker der Kolonialpolitik.

Die Kolonien in Afrika vor dem Ersten Weltkrieg.
Untergang der Titanic.
In Deutsch-Ostafrika leben etwa 5.000 Weiße, darunter 3.579 Deutsche. Die afrikanische Bevölkerung zählt etwa 8 Millionen.
Elf deutsche Missionsgesellschaften sind in der Kolonie tätig und unterhalten mehr als 120 Missionsstationen.

Die „Graf Goetzen“ auf der Papenburger Werft vor der Fertigstellung. Auf der Bordwand sind Markierungen für die Verschraubungen angebracht.
Februar. Auf der Werft Joseph L. Meyer in Papenburg wird auf Bestellung des Reichskolonialamts der Dampfer „Graf Goetzen“ gebaut. Das 1150-Tonnen-Schiff wird unmittelbar nach der Taufe wieder zerlegt und nach Deutsch-Ostafrika transportiert, um auf dem Tanganikasee Dienst zu tun.

Die „Graf Götzen“ in der Phase des Wiederzusammensetzens auf der kleinen Werft in Kigoma am Tanganikasee.

Deutsch-Ostafrika: Route der Zentralbahn, mit der die Schiffsteile transportiert wurden

Die „Hedwig von Wissmann“, eines der deutschen Schiffe auf dem Tanganikasee unter deutscher Flagge zu Beginn des Ersten Weltkriegs.

Heinrich Albert Schnee (* 1871, † 1949) war zwischen 1912-1919 der letzte Gouverneur Deutsch-Ostafrikas.
Die Zentralbahn erreicht bei Kigoma den Tanganika-See.
Auf einer eigens dafür errichteten Werft in Kigoma wird das Dampfschiff „Graf Goetzen“ ein zweites Mal zusammen-
gebaut. Regie: Meister Anton Rüter, Nieter; Rudolf Teilmann und Geselle: Hermann Wendt.
Der Arzt Albert Schweitzer beginnt seine Tätigkeit im afrikanischen Lambarene.
28. Juli: Beginn des Ersten Welkriegs in Europa.
8. August: Britische Schiffe beschießen Dar es Salaam, die deutsche „Hedwig von Wissmann“ zerstört auf dem Tanganikasee den belgischen Dampfer „Alexandre Delcommune“. Damit tritt Deutsch-Ostafrika gleich zu Beginn in den Weltkrieg ein, obwohl Gouverneur Schnee gehofft hatte, dass ganz Afrika neutral bleibt.
Bei Kriegsausbruch besteht die deutsche Schutztruppe in Ostafrika aus 216 Europäer und 2540 Askaris, ergänzt durch die Polizeitruppe mit 45 Europäern und 2140 Afrikanern.

Lieutenant-Commander Major Spicer-Simson, Leiter der britischen Expedition, die zwei Schnellbote über den Landweg über Tausende von Kilometern an den Tanganikasee beförderte.
April. Wettrüsten in Ostafrika. Englands Erster Seelord, Sir Henry Jackson, schickt die zwei Schnellboote Mimi und Toutou nach Südafrika, dann auf dem Landweg über Tausende von Kilometer an den Tanganikasee. Leiter der Expedition ist Lieutenant-Commander Major Spicer-Simson.
Juni. Stapellauf der „Goetzen“, die unter dem Befehl des Korvettenkapitäns Zimmer alsbald zum Kampfeinsatz kommt. Schon im selben Monat überstellt das Schiff etwa 900 Angehörige der Schutztruppe zu geplanten Landeinsätzen in den 400 Kilometer entfernten südlichen Ausläufer des Tanganikasees.
Deutscher Rückzug vom Tanganikasee vor den nahenden britischen und belgischen Truppen. Die „Götzen“ wird versenkt, damit sie nicht dem Feind in die Hände fällt.
Die Papenburger Werftarbeiter Anton Rüter, Hermann Wendt und Rudolf Tellmann, welche die „Götzen“ am Tanganjikasee zusammenbauten, befinden sich in Blantyre, Malawi, in Kriegsgefangenschaft.

Paul von Lettow-Vorbeck, während des Ersten Weltkriegs Kommandeur der deutschen Schutztruppe in Ostafrika.
Die deutsche Schutztruppe in Ostafrika erhält erst Wochen nach dem Waffenstillstand die Nachricht, dass der
1. Weltkrieg beendet ist. Kommandeur Lettow-Vorbeck legt am 25. November 1918 die Waffen nieder.

1818: Das Ende des Traums vom deutschen Kolonialreich in Ostafrika - ohne „großen Zapfenstreich“. (Askari in deutschen Diensten).
Der Kommandeur der deutschen Schutztruppe in Ostafrika, Lettow-Vorbeck, kehrt im Januar 1919 im Triumphzug nach Berlin zurück.
Die Werftarbeiter Rüter, Wendt und Tellmann kehren, gezeichnet von zahlreichen Tropenkrankheiten, nach Papenburg zurück.
Der größte Teil der Kolonie Deutsch-Ostafrika wird unter dem Namen „Tanganyika“ britisches Mandatsgebiet.

Heinrich Schnee, letzter Gouverneur Deutsch-Ostafrikas, während seiner Zeit als Mitglied der NSDAP.
Heinrich Schnee, ehemaliger Gouverneur Deutsch-Ostafrikas, publiziert sein Buch „Die koloniale Schuldlüge“, in dem er die Rückerstattung der Schutzgebiete an Deutschland fordert.

Die „Liemba“ ist bis auf den heutigen Tag das einzige große Fährschiff auf dem Tanganikasee und unermüdlich unterwegs auf wöchentlichen Fahrten von Kigoma nach Kasanga an der Südspitze des Sees.
Die britische Kolonialverwaltung hebt die gesunkene „Götzen“, setzt sie instand und setzt sie unter dem Namen „Liemba“ als Fährschiff ein.